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Stellungnahme von Andreas Postner, Sprecher der Plattform „Rettet die Ill“


Strom ist ein hohes Gut, aber ein noch höheres Gut ist Trinkwasser.

Die wirtschaftlichen Strom-Einsparpotentiale in der Schweiz wurden mit über 30% des Jahresverbrauches ermittelt. Analoge Zahlen gelten auch für Vorarlberg.

Ein 30 GWh-Kraftwerk an der Ill würde nicht einmal 1,5 Prozent des Jahresverbrauchs Vorarlbergs abdecken, in weniger als einem halben Jahr wären die 30 GWh eines Illkraftwerks vom durchschnittlich etwa 3 prozentigen Strom-Verbrauchsanstieg Vorarlbergs geschluckt.Und dann?

Wenn es wirtschaftlicher und nachhaltiger ist, Strom ohne Komfortverlust einzusparen und so neu auf den Markt zu bringen, weshalb sollten dann Kraftwerke in höchst sensiblen Gebieten gebaut werden?

OFFENLEGUNG ALLER KRAFTWERKSPLÄNE AN DER UNTEREN ILL GEFORDERT

Die eindeutige Priorität und der absolute Vorrang des Trinkwasserschutzes, der höchstrangige Tier- und Pflanzenschutz, ungelöste Geschiebe- und Grundwasserprobleme verhinderten vor 20 Jahren die Totalverbauung der Ill auf ihren letzten 25 Fluss-Kilometern vor der Mündung in den Rhein am Illspitz.

Nun werden seit geraumer Zeit bei privaten Betreibern, Stadtwerken Feldkirch und Illwerken wieder alte Pläne hervorgeholt und neue Kraftwerksprojekte an der Unteren Ill gewälzt.

Dipl.Ing.Andreas Postner, langjähriges Mitglied der Arbeitsgruppe Matschels und Sprecher der Plattform Rettet die Ill, der zahlreiche Bürgerinitiativen und Gemeinden angehörten, fordert nun die Offenlegung aller Kraftwerkspläne.

Dipl. Ing. Andreas Postner
postnerandpartner@iplace.at

FORDERUNG:

OFFENLEGUNG ALLER KRAFTWERKSPLÄNE AN DER UNTEREN ILL

09.08.2008. Die Öffentlichkeit, die Bevölkerung der Anrainergemeinden Nenzing, Schlins, Satteins, Göfis, Frastanz, Feldkirch und Meiningen haben ein Anrecht darauf zu erfahren, was sich hinter verschlossenen Planungstüren mit dem Allgemeingut Wasser und Trinkwasser abspielt.

Die Untere Ill gilt als eines der sensibelsten Fluss-Systeme mit zahlreichen verzweigten Grundwasserreservoirs und höchst sensiblen Naturschutzgebieten, unter ihnen auch das hochrangige europäische Natura 2000 Schutzgebiet Matschels.

Der Einbau von Kraftwerken in dieses hochsensible Gebiet gilt als extrem schwierig, deshalb sind zahlreiche Projekte wegen der komplizierten Hydrogeologie und von Grundwasser-Schwankungen abhängigen Ökologie mehrfach gescheitert.

Die Stromproduktion ist vergleichsweise gering. Die gesamte Jahresproduktion eines 30 GWh Kraftwerkes würde in etwa einem halben Jahr von den Verbrauchszuwächsen geschluckt, ohne dass sich an der Verbrauchsstruktur auch nur irgendetwas geändert hätte.

Da wären Energieeffizienz-Programme weitaus wirtschaftlicher und erfolgreicher.

Energie-Effizienz-Programme und die absolute Sicherung der Trinkwasservorkommen haben auf jeden Fall Vorrang vor gefährlichen Experimenten.


Dipl.Ing. Andreas Postner,
Mitglied der Arbeitsgruppe Matschels, Sprecher der Plattform „Rettet die Ill“

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